Grüne Hölle

Solinger Sport

Grillgeruch und Grüne  Hölle

 

MOTORSPORT Sektdusche für den Solinger Torsten Platz beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Ein abschließendes Gespräch mit dem Teamchef, ein letzter Schluck aus der Trinkflasche, das finale Herrichten der Sturmhaube, ehe der Riemen am Helm fest-gezurrt wird – Torsten Platz wirkt angespannt und gleichzeitig hochkonzentriert. Als letzter Fahrer soll der Solinger „das Dingen nun nach Hause fahren“. Eine Situation, die der erfahrene Rennfahrer nur zu gut kennt und doch lässt sich der Druck nicht einfach abschütteln – vorerst nicht. Knapp 90 Minuten später findet sich Platz inmitten einer Menschentraube wieder. Er genießt die Sektdusche und zeigt pure Emotionen: Es ist geschafft, das Plettenberger Team Bernd Hömberg Motorsport hat die 24 Stunden durch die Grüne Hölle bezwungen!

 

Achterbahnfahrt der Gefühle

 

Am Ende sorgten die guten Leistungen auf der Strecke und in der Box für einen starken 70. Gesamtrang (173 Starter). In der Klasse SP 3T bedeutete dies bei 14 Startern einen sechsten Platz. Bis zu jenem Erfolgsmoment erlebte das Team eine irrsinnige Achterbahnfahrt der Gefühle und musste nach einem guten Start nach nur einer Stunde einen herben Rückschlag hinnehmen. Ein Defekt an der Benzinpumpe hinderte den 340 PS starken Audi TT-S über eine halbe Stunde lang an der Weiterfahrt. Mit zunehmendem Regen ging es für den Quattro dann aber wieder Stück für Stück weiter nach vorne, ehe die Rennleitung der Aufholjagd ein erneutes Ende setzte: „Rennabbruch wegen Nebel und Starkregen“, lautete die nüchterne Aussage der Rennkommissare.

Nach dem Neustart am nächsten Morgen machte das Team um Torsten Platz da weiter, wo es neun Stunden zuvor aufgehört hatte. Sieben Stunden vor der Zieldurchfahrt war der Audi im Gesamtklassement schon wieder unter den Top 100 zu finden. „Es macht richtig Spaß hier zu fahren. Die Fans motivieren ungemein, auch wenn man sich von dem Treiben nicht ablenken lassen darf“, sagte Platz, der während der Hatz durch die Grüne Hölle Grillgeruch der über 200 000 Besucher wahrnahm.

Kurz vor Schluss des Rennens ging das Zittern los. Der in der SP 3T-Klasse auf Position sieben platzierte Seat machte auf den Renn-Audi Runde für Runde Boden gut. „Jetzt muss Torsten Kampflinie fahren“, wies Teamchef Bernd Hömberg an. Der Solinger tat es und hielt die Position. Nach 24:06:27,11 Stunden war der sechste Klassenplatz endgültig in trockenen Tüchern.

 

Quelle: Sven Klingschat, Solinger Sport, 28. Mai 2013

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